Jahreshauptversammlung 2015

Anger – Vereinsvorstand Franz-Xaver Winklhofer eröffnete im Saal des Postwirts in Anger die diesjährige Jahreshauptversammlung nach dem Totengedenken mit einem ausführlichen Rückblick auf das abgelaufene Vereinsjahr mit einem Streifzug über das wie immer rührige Vereinsgeschehen. Zuvor begrüßte er die zahlreichen Gäste, bedankte sich für das Kommen beim 2. Bürgermeister Markus Winkler, den beiden Feuerwehrmännern, deren Präsenz aus Brandschutzgründen vorgeschrieben ist. Winklhofer unterstrich die Dankbarkeit des Vereins gegenüber den lokalen Sponsoren und der Unterstützung durch die stets verlässliche Angerer Gemeinde, insbesondere auch durch den 1. Bürgermeister Silvester Enzinger.

Der Schwerpunkt des heuer im Mai sein sechzigjährigen Jubiläum feiernden Vereins liegt auf der Heimat- und Denkmalpflege, der Erhaltung der Flurdenkmale und der Erforschung der Heimatgeschichte, wobei mit dem Landesamt für Denkmalpflege, den Heimatpflegern des Landkreises und Oberbayerns zusammengearbeitet wird. Im Laufe der Zeit sind hierzu drei fundierte ortsheimatgeschichtliche Bücher von Hans Baumgartner erschienen.

Unter den gesellschaftlichen Höhepunkten des Vereinslebens im abgelaufenen Jahr waren zum Beispiel das dritte Angerer Mundartdichtertreffen beim Klosterwirt in Höglwörth am 14.. März sowie die Lesung der „Rupertiwinkler Weihnachtsg’schicht“ durch Lenz Berger in der Höglwörther Klosterkirche am vierten Adventssonntag. Diese erstklassigen Veranstaltungen waren sehr gut besucht, wobei die Besucher aus nah und fern herbei strömten und nicht zuletzt auch der Vereinskasse gut taten, so dass auch im abgelaufenen Wirtschaftsjahr wieder solide Zahlen erwirtschaftet werden konnten. Leider mußte das geplante Dorffest in Anger am 3. August wegen Schlechtwetters abgesagt werden. Franz-Xaver Winklhofer ging detailliert auf die Vereinsarbeit ein, erläuterte dessen Umstände und Problematiken, dass zum Beispiel darauf zu achten ist, dass nicht bei einer geplanten Veranstaltung noch andere im Dorfe gleichzeitig stattfinden.

Der Kassenstandsbericht wurde von den Vereinsmitgliedern einstimmig gebilligt.

Museumsleiter und 2. Vereinsvorsitzender Erhard Zaha hielt einen spannenden, detailreichen Vortrag über Vereinsaktivitäten mittels annähernd einhundert Lichtbilder. Hier stand unter anderem das bereits im Jahre 1217 auf einer Schenkungsurkunde an Höglwörth erwähnte Heinhamer Steinhaus im Mittelpunkt seiner Ausführungen. Dieses Gebäude stellt aufgrund seiner faszinierenden baulichen Gestaltung eines der herausragenden historischen oberbayerischen Baudenkmäler dar. Sogar ein Malteserkreuz aus der Zeit der Kreuzzüge ist auf dem Mauerwerk klar erkennbar. Erhard Zaha erläuterte anhand von Plänen und Fotos die baulichen Veränderungen im Laufe der Jahrhunderte und wies auf die große überregionale Bedeutung dieses im Besitze vom / Streibl-) Dandl-Bauern befindlichen Gebäudes hin, das weiter erforscht wird. Vorträge von Franz Patzelt über die Baiuvaren sowie von Andrea Krammer über die Römer in Anger und Umgebung begeisterten viele geschichtlich interessierte Besucher.

Erhard Zaha zeigte des weiteren Bilder von Vereinsausflügen per Bus zur Karlskirche in Volders, zur Alten Münze in Hall in Tirol, zum Bergisel in Innsbruck und würdigte mit seinen ausführlichen Darlegungen viele Kreuze, Marterl und andere Kleinode in der schönen Gemeinde Anger.

Viel Energie und Arbeit investierten die Heimat- und Denkmalpfleger und einige Vereinsmitglieder in die Freilegung der unter Denkmalschutz stehenden Hinterreit-Kapelle St. Josef in Lebloh vonn Sträuchern und Gestrüpp. Mit Hilfe der Unterstützung des Landkreises, der Gemeinde Anger und des Heimmatkundlichen Vereins wird die Außensrestaurierung zügig vorangetrieben.

Erhard Zaha erläuterte im Zusammenhang des Museums, dass es im Jahresverlauf insgesamt drei sehr gut besuchte Sonderausstellungen im Pommerhaus mit dem Maler Peter Fischer, Thema Enkaustik, dann den 1. Weltkrieg im August, sowie zum Schluß noch circa 200 Bilder vom Winischen Sepp Koch zu sehen gab. Regen Besuch bei diesen Ausstellungen gab es auch von umliegenden Heimatvereinen, zum Beispiel aus Kirchanschöring und Berchtesgaden.

Sehr erfreulich ist die Zusammenarbeit mit dem Salzburgmuseum sowie dem Keltenmuseum Hallein. Als ein Ergebnis dieses Austausches ließ beispielsweise der dortige Student Herr Krutter die am Reitberg gefundenen Kupferschmelzkuchen mit aus der Nähe von Bischofshofen stammendem Material untersuchen, mit dem Ergebnis, dass diese vor circa 3.550 Jahren entstanden und 99% Kupfer enthalten. Zaha wies auf das großartige Keltenmuseum in Hallein hin, das für einen Besuch sehr zu empfehlen ist.

Am Tag des offenen Denkmals wurde eine Führung in der Höglwörther Kirche mit dem Schwerpunktthema Farbe durchgeführt. Es erschienen circa 80 sehr interessierte Zuhörer. Erhard Zaha zeigte und erklärte hierbei auch die dort verwendeten Pigmente im Hauptschiff und im Winterchor.

Ende Oktober gab es im Freisinger Asamtheater ein Heimatpfleger- und Denkmalschützentreffen unter dem Motto „das denkmalgeschützte Ensemblee – Strategien zum Erhalt“. Die Referenten sind der Meinung, dass man Gebäude aus den 1960er und 1970er Jahren nicht abreißen sondern sanieren sollte. Ernüchtert stellt man fest, dass man in vielen Städten und Gemeinden vor leeren Läden steht und Gewerbegebiete außerhalb des Ortes entstehen bzw. entstanden sind. Der Flächenverbrauch und die Flächenversiegelung sind hierdurch enorm und für die Umwelt kontraproduktiv. Der Gebäudebau sei leicht rückläufig, der Straßenbau jedoch vernichtet mit seiner großflächigen Versiegelung wertvollen Mutterboden, führte z.B. Dieter Wieland aus. In einer Hand voll Erde stecken mehr Lebewesen als Menschen auf der gesamten Welt leben – denken wir darüber nach.

Zum Abschluß seiner Rede verwies Museumsleiter Erhard Zaha noch auf zwei spannende Vorträge: am 17. April wird Maria Hafner über „Nomen est Omen“ referieren, nach dem Motto: Sage mir wie du heißt und ich sage dir wer du bist, eine Herkunftserläuterung von Namen. Am 23. Oktober wird Dr. Günter Thüry mit seinem Vortrag „Der Mitrasstein von Höglwörth und die Religion der Römer“ zu Gast sein. Viele Arbeiten gibt es noch im Bereich Archivierung zu erledigen. Vereinsvorsitzender Franz-Xaver Winklhofer verabschiedete die im Saal des Postwirts erschienenen Vereinsmitglieder herzlich mit einem Ausblick auf das laufende Vereinsjahr.

Dank von E.Zaha.

Hanns Hogger

Fotos: Hanns Hogger

Jahreshauptversammlung 2015